Distanz. Wenn man so darüber nachdenkt, stimmt es. Trennung oder Scheidung hat augenscheinlich viele Gründe. Aber wenn man zum Ursprung zurück geht, ist eigentlich immer die Distanz der Grund.

 

Distanz verzerrt das Bild der Realität.

– Pastor Renke Bohlen

 

Wenn der Austausch ausbleibt

Wenn man sich dem Partner nicht nah fühlt, tauscht man sich nicht aus, spricht anfangs nicht über die herausfordernden Themen und irgendwann kommuniziert man auch kleine Alltagsdinge nicht mehr. Das kann so weit gehen, dass man sich auseinander lebt. Dass beide ihre Rollen in ihrem Leben erfüllen, wo sie denken, dass sie diesen gerecht werden müssten. Dass einer nicht mehr zufrieden ist, fremdgeht. Irgendwann nur noch so gestritten wird, dass keine schönen Erlebnisse mehr geteilt werden und man nicht mehr gerne nach Hause kommt.

Man interpretiert in Handlungen etwas hinein, was der Partner vielleicht gar nicht so meinte. Das ist so gefährlich, weil sich unterbewusst dadurch so viele negative Gedanken über den Partner ansammeln. Distanz ist wie ein leiser Schatten, der sich über die Beziehung legt. Und wenn man genau hinschaut, ist Distanz in allen Situationen zu verschiedenen Anteilen vertreten. Sie verzerrt das Bild der Realität.

Wie traurig ist das denn?

Ich mein, natürlich – ich weiß nicht, wie es ist in einer Midlife-Crisis zu stecken. Die Menschen, die das erleben, würden jetzt vielleicht sagen: „Ach, du bist doch in der Blütezeit des Lebens, mit Mitte 20 war ja auch noch alles schön“. Kann sein – und ich will auch nicht sagen, dass es später alles ein Zuckerschlecken wird.

Aber ich habe auch nicht den Anspruch an mein Leben, dass es so stressig und mit negativen Gedanken zugemüllt ist, dass ich in diese Situation komme. Leute, wie gesagt, ich will mich nicht davon freisprechen. Aber ich möchte zumindest daran glauben und dafür etwas tun, dass ich auch in der Mitte meines Lebens ein geniales, spannendes Leben und vor allem eine erfüllende Ehe führen darf. Ich hoffe, ihr seid da bei mir und habt ebenso Bock auf so ein Leben!

Gib Trennung keine Chance

Aber noch mal vom kleinen emotionalen Exkurs zurück zur Distanz: Was können wir dafür tun, dass es gar nicht erst so weit kommt? Dass wir uns distanziert fühlen – vielleicht sogar an Trennung denken?

Wenn Distanz das Bild der Realität verzerrt, ist es ganz klar, dass wir gut darauf Acht geben müssen, dass wir zwischen uns und unserem Partner gar nicht erst Distanz entstehen lassen. Klingt sinnvoll und eigentlich ganz easy, oder?

Aber wie stellt man das an? Fühlst du dich deinem Partner nah? Nicht nur physisch (also ortstechnisch), sondern auch seelisch und körperlich?

Es ist glaube ich eines der Schlüssel, um Trennung keinen Raum zu geben. Für eine lange und gesunde Ehe nehme auch ich mir vor, das nie aus den Augen zu verlieren: Zusammen Zeit zu verbringen, zusammen zu sprechen, sich über die Zukunft auszutauschen, herum zu spinnen und verrückt zu träumen. Pläne zu schmieden, sie wieder fallen zu lassen und doch was ganz Neues zu machen, in der Vergangenheit zu schwelgen und sich auch immer wieder ins neue Abenteuer zu stürzen. Werde der größte Fan deines Partners!

Emotionale Nähe

Das kann man schon in den kleinsten Dingen umsetzen: „Hey, wie war heute dein Tag? Hast du heute was geschafft? Bist du im Moment zufrieden? Was wünscht du dir für diese Woche von mir?“. Das allein schafft eine tägliche Basis, wo man quasi über alles Bescheid weiß. Trennung schleicht sich nur ein, wenn keine lebendige Beziehung besteht. Also tauscht euch aus! Seid hemmungslos ehrlich, es ist euer Ehepartner! Wo sonst könntet ihr euch so mit euren Ängsten, Freuden und tiefsten Gefühlen öffnen? Tut es, es lohnt sich so sehr! Und auf der anderen Seite: hört aktiv zu, stellt Nachfragen, findet heraus, was euer Partner denkt und fühlt.

Wenn ihr das im täglichen umsetzt, ist das super. Dann gelangt ihr zu Level 2: Austausch über allgemeine Themen. Wünsche, Träume und Vorstellungen vom Leben. Sprecht über gemeinsame Pläne, über das kommende Jahr. Lasst Erwartungen in den Bereichen wie Finanzen, Zukunftsplanung, Sex, Freundschaften und Wertvorstellungen nicht bei euch – tauscht euch aus! Es ist so wichtig, auch in gewissen Abständen darüber zu sprechen. Das ist der erste und beste Schritt, den man gegen Trennung tun kann!

Einfaches Beispiel: Ich mein, stellt euch mal vor, der eine Partner spendet einfach immer einen gewissen Teil eures Geldes, weil er es für wichtig empfindet. Du aber bist gar nicht so sehr davon überzeugt, an welche Organisation er dieses spendet. Traust dich aber nicht darüber zu sprechen. Jeden Monat beschäftigt es dich aufs Neue, wenn du den Kontoauszug siehst. Sprich es an, nur so könnt ihr als Team voll in eine Richtung gehen!

Also zusammengefasst: Sprecht täglich und nehmt euch auch in gewissen Abständen allgemeine Themen aus eurem Leben vor, nur so könnt ihr auf allen Ebenen zusammen wachsen! So werdet ihr euch auf seelischer Basis auf jeden Fall schon mal näher kommen und auch nah bleiben!

Körperliche Nähe

Dazu gehören kleine Gesten im Alltag. Zeig deinem Partner mit kleinen körperlichen Zuneigungen, dass du ihn liebst. Das kann ein Kuss sein, das kann eine leise oder überschwängliche Umarmung sein. Das Nehmen der Hand, wenn ihr bei Freunden seid oder ein eindrucksvoller Blick. Es wäre doch traurig, wenn es diese ganzen kleine Dinge nicht gäbe – oder spreche ich da gerade nur aus dem Herzen der Frau? 😀 Tim mag auf jeden Fall auch, wenn ich ihn ganz plötzlich umarme oder ihn zwischendurch sage, wie und was ich so gern an ihm habe. Oder wenn ich morgens seinen persönlichen Wecker spiele und ihn natürlich gaaanz liebevoll wecke 😀  Aber ich glaube wirklich, dass das einfach viel dazu beiträgt, dass man sich weiterhin nah bleibt und somit die Trennung einfach gar kein Thema ist! So kann man dem Partner auf diesem Weg seine Wertschätzung und Liebe zeigen!

Klammere dein Sexleben nicht aus

Und ja zu körperlicher Nähe gehört auch Sex. Viele unterschätzen die Macht von dem intimsten Zusammenkommen, das es überhaupt gibt. Es wurde dazu geschaffen, sich körperlich nah zu sein und seine Liebe ohne Worte auszudrücken. Natürlich ist es immer wieder eine Herausforderung auch dort weiter zu wachsen, vor allem über lange Zeit. Aber es ist so unheimlich wichtig, über Erwartungen und Wünsche zu sprechen und Sex mit dem Partner als etwas Wunderschönes und Gutes in beiden Augen zu halten!

Ich glaube, dass das eine das andere auch ausschließt. Du wirst sicherlich kein fantastisches Sexleben mehr haben, wenn du dich auf seelischer Ebene nur noch streitest und gar nicht mehr nah bist. Ebenfalls ist es oft so, dass man sich seelisch meist doch noch sehr nah sein kann, man aber den Bereich um das Thema Sex oft ausklammert und halt einfach versucht über die Bühne zu bringen. Das ist genauso schade, weil ein gutes Sexleben mit dem Partner dich noch mal umso näher bringt. Worte können niemals eine so intime Begegnung ersetzen.

Und deshalb: Wähle immer die Nähe und nicht die Distanz! Übergehe deine Wünsche und Erwartungen an Sex nicht, spiele es nicht runter und rede auch dort mit deinem Partner! Kann oftmals heikel sein und bestimmt herausfordernd, aber du, dein Partner und eure körperliche Nähe – it is so worth it! Achtet bei diesem Thema besonders auf wertschätzende Kommunikation, so kann man auch schwierige Themen gut besprechen!

 

Also, lasst uns diese Woche bewusst mal darauf achten, wo wir es uns mehr gelingt als Paar zusammen zu wachsen und Nähe zu schaffen!

Seid ihr dabei?

 

Alles Liebe,

eure Darleen

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