Familie – wenn sie deine Beziehung nicht gutheißt

Familie. Ein Ort, wo man Zuhause ist. Wo man Menschen um sich herum hat, die es in der Regel gut mit einem meinen. Natürlich gibt es nicht immer diesen Idealfall. Oftmals sind es auch Konstellationen, die einem Kummer und Sorgen bringen. Dennoch spielt die Familie auch in Bezug auf die Beziehung eine große Rolle.

Hierzu haben wir eine Leserfrage bekommen, worauf wir gerne eingehen möchten.

„Wie geht man mit Familienmitgliedern um, die meine Beziehung nicht gutheißen?“

An dieser Stelle möchten wir betonen, dass es bei uns im Großen und Ganzen keine Schwierigkeiten in unserem engeren Familienkreis gibt. Dennoch möchten wir dir heute Möglichkeiten aufzeigen, die dir dabei helfen können, die Situation aus einer anderen Perspektive zu sehen. Es wird keine Universallösung geben, sondern vielmehr die Situation aus verschiedenen Positionen beleuchten. Wir hoffen, dass es dir in deiner Rolle in der Familie weiterhelfen kann! 🙂


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Eine generelle Lebenseinstellung

Wir vertreten die Ansicht, dass Menschen in unserem nahen Umfeld – dazu gehören Freunde, aber eben auch unsere Familie – uns mit am besten kennen. In unserem Fall wollen sie auch nur das Beste für uns und unser Leben. Also wollen sie mit ihren Aussagen auch nichts Schlechtes bewirken. So viel erst einmal vorab.

Wir haben uns vorgenommen im Umgang mit anderen Menschen Kritik nicht als angreifend oder direkt als schlecht abzustempeln. Denn da, wo wir sofort in eine unnahbare Abwehrhaltung gehen, wurde meistens ein Punkt angesprochen, der bei uns sensibel ist. Der vielleicht sogar wahr ist. Also versuche dich immer selbst zu hinterfragen, warum du so abweisend auf diese Kritik reagierst. Wir möchten uns Kritik somit immer erst einmal anhören, bevor wir reagieren. Uns und unseren Stolz in den Hintergrund stellen und neutral die Aussagen des Anderen aufnehmen. Versuche deine Emotionen, die direkt nach oben kommen, vorerst zu deckeln. Anschließend kannst du, eventuell auch zuerst alleine und in Ruhe, dir die Kritik durch den Kopf gehen lassen. Vermittle deinem Gegenüber, dass du dies zur Kenntnis genommen hast und darüber nachdenken wirst. Man muss nicht immer sofort antworten 😉

Dann reflektierst du ganz für dich: Was könnte stimmen? Welche Punkte sollte ich vielleicht ändern oder für mich annehmen? Kritik zu geben und zu empfangen kann man lernen – muss man aber auch. Lass dich nicht von persönlich angreifender Kritik oder negativen Kommentaren runterziehen. Nimm das aus den Aussagen mit, was für dich hilfreich und konstruktiv war. Den Rest ignorierst du einfach.

Gleiches Spiel in der Familie

Menschen leben in Beziehungen. Nicht nur in einer Partnerschaft, sondern auch in vielen anderen Beziehungen. Zu Freunden, aber auch zur Familie. Beziehungen sind oftmals so kompliziert, weil sie einen Spiegel darstellen. In solch einem intensiven Kontakt (besonders natürlich in der Partnerschaft) entdeckt man den Anderen noch mal ganz neu. Und sich selbst. Im Umgang mit deinem Gegenüber lernst du dich in guten und in schlechten Zeiten kennen.

Wenn zum Beispiel dein bester Freund in einer Beziehung stecken würde, wo er/sie aktuell total verliebt ist. Du aber objektiv von außen siehst, dass es aus mehreren Punkten heikel sein könnte. Was würdest du tun? Schweigen? Was würde dein Freund von dir erwarten, was du tust? Wer, wenn nicht deine engsten Beziehungen, haben das Recht in dein Leben hinein zu sprechen, wenn sie denken, dass du komplett auf dem falschen Weg bist? Ich würde immer wollen, dass sie es zumindest einmal probiert haben! Dein Freund kann es höchstwahrscheinlich in der Situation nur schwer bis gar nicht annehmen. Aber wenn du gar nichts äußerst, wird er sich vielleicht auch nie selbst reflektieren.

Die Verliebtheitsphase sollte man deshalb auch nicht zu sehr unterschätzen. Man sieht halt eben leichter über Hürden, die noch auftreten könnten, hinweg. Alles ist aufregend und spannend, aber auch eben noch nicht vertieft. Was aber völlig normal ist.

Eine andere Perspektive

Nun werdet ihr von eurer Familie auf die Beziehung angesprochen. Wenn sie euch sagen, dass sie die Beziehung nicht gutheißen. Was kann man nun tun? In dieser Situation selbst ist es sinnvoll, wie bereits gesagt, nicht in eine Abwehrhaltung zu verfallen. Nehmt die Punkte, die angesprochen wurden, mit auf. Reflektiert für euch alleine: Stimmen diese Aspekte? Behaltet sie im Hinterkopf und prüft, ob sie sich bewahrheiten. Achtet im Umgang mit eurem Partner darauf. Auch wenn es schwierig ist, versuche die Vogelperspektive einzunehmen. Betrachte eure Beziehung unter einem neuen Augenwinkel.

Passt mein Partner zu meiner Lebenssituation, meinen Werten, meinen Vorstellungen von der Zukunft? Was habe ich mir immer gewünscht und inwiefern kann ich das mit dieser Person erreichen? Was liegt mir auf dem Herzen – was möchte ich unbedingt mit meinem Partner besprechen? Nimm dir Zeit, um diese Fragen in Ruhe zu beantworten und den Austausch mit deinem Partner zu suchen.

Triff eine Entscheidung

Was sind die Punkte, an denen du gerne arbeiten möchtest in deiner Beziehung? Was möchtest du vielleicht gerne thematisieren oder ansprechen? Gibt es irgendwo Redebedarf für dich zu deinem Partner? Wie konntest du die Fragen beantworten und was denkst du im Anschluss über die ganze Situation?

Positionierung in der Familie

Wenn du sagst, dass du selbst für dich reflektiert hast. Du die Fragen mit gutem Gewissen und einem Ja zu der Beziehung beantworten konntest. Dann ist es sinnvoll sich in deiner Familie zu positionieren. Als naher Angehörige hat man oftmals das Gefühl, dass man sich immer wieder äußern müsse zu dieser Thematik. Einfach, weil diese Person und die Thematik einem am Herzen liegt. Aber um weitere Kommentare oder Kritik zu vermeiden, bedarf es einer Positionierung. Man kann offen und ehrlich kommunizieren, dass man die Aussagen aufgenommen hat und für sich bearbeitet hat und welche Punkte man vielleicht sogar mit seinem Partner besprochen hat.

Wichtig ist hier: Positionierung. Die Familie denkt ansonsten weiterhin, dass sie etwas dazu beitragen müsse. Wenn man sich offen und klar zu der Beziehung entscheidet und das der Familie so verkündet, ist das bereits ein erster Schritt. Es soll natürlich nicht darauf hinauslaufen, dass sich in dem Gespräch die Fronten verhärten. Betone, dass dir die Familie und auch die Beziehung am Herzen liegt und dass es nicht deine Intention ist, dass der Kontakt dadurch verschlechtert wird. Wenn du den Wunsch nach Akzeptanz der Beziehung und weiteren Kontakt aussprichst, ist dies eine ganz andere Kommunikation, als aus einer Abwehrhaltung heraus, wo man sich angegriffen gefühlt hat. Dadurch gehen Familien kaputt. Und das wollen wir ja schließlich nicht 😉

Ihr als Team

Was wir ja auch immer wieder sagen: Ihr seid ein Team. Besonders in einer Ehe habt ihr euch noch mal öffentlich füreinander entschieden. Das bedeutet, dass ihr ein Ja zueinander gefunden habt. Wenn ihr jetzt noch am Anfang einer Beziehung sein solltet, dann findet eine Basis – geht mehr in das Thema hinein – und tauscht euch darüber aus, was ihr von der Beziehung, aber auch vom Leben erwartet.

Wenn man den Teamgedanken verfolgt, ist es unheimlich wichtig gesunde Grenzen zu setzen. Irgendwann ist es eben so: Man macht einen Abgrenzungs-Prozess von seiner Familie durch. Das ist völlig normal und gut so. Aus diesem Grund ist es auch manchmal notwendig als Paar aufs Neue gesunde Grenzen zu setzen. Ihr seid jetzt zusammen eine neue Familie. Und daran kann die Ursprungsfamilie auch Teil haben. Der Unterschied ist eben, dass es nun nicht mehr eine Familie, sondern zwei sind. Deshalb sollte man sich auch entsprechend wie zwei Familien verhalten.

Der Austausch ist somit ganz wichtig. Was habt ihr für Wünsche als Paar im Umgang mit euren jeweiligen Familien? Besprecht sie vorher als Paar und dann mit den Familien. Wie soll der Kontakt gepflegt werden?

Wenn ihr euch noch weiter zu dem Thema einlesen wollt, schaut mal in dem Artikel „Schwiegermutter – Fluch oder Segen?“ vorbei! Hier sind weitere Gedankenanstöße in Bezug auf Familie 🙂

Wir wünschen dir, wenn du in solch einer Situation steckst, dass du ganz viel Weisheit und Kraft hast für diese Phase! Wir hoffen, dass du etwas aus dem Artikel mitnehmen konntest und die Lage noch mal aus einer anderen Perspektive betrachten konntest! 🙂

Alles Liebe,

Darleen

 

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