Schwiegermutter – Problem oder Segen?

Seit 3 Jahren ist sie da. Seit 3 Jahren ist alles anders. Meine Schwiegermutter.

Ich lebe eigentlich in einer ziemlich glücklichen Ehe. Ich wollte schon früh Kinder. Mein Mann und ich sind in der Eltern-Rolle sehr aufgegangen. Als die Kinder älter wurden, habe ich alles für sie gemacht und immer versucht, ihnen das Beste zu ermöglichen. Ich habe gekocht, habe Erledigungen getätigt, habe für sie geputzt. Ich habe Freunde immer herzlich aufgenommen, die ersten Liebeleien meines Sohnes begutachtet und ihm dort mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Doch jetzt ist es anders. Als er von zuhause auszog, war das schon schwer für mich. Dann hatte er eine Freundin, wo es ernster schien.

Und nun ist er seit 3 Jahren verheiratet. Die beiden planen bereits Kinder. Nicht verwunderlich, weil eigentlich finde ich das schon ziemlich spät. Ich bin mir sicher, mein Junge wird ein super Vater. Aber ob sie das alles so hinbekommt wage ich zu bezweifeln. Oftmals ist der Müll so voll, wenn ich zu Besuch komme. Öfters wischen würde ich eigentlich auch. Und wenn dann da ein Baby auf dem Boden spielt, erst recht. Oftmals erzählen die beiden auch, dass sie die vegane Ernährung mehr und mehr ausprobieren. Da bekommt mein Junge ja gar nicht alles das, was sein Körper braucht! Hin und wieder mache ich Gulasch für die beiden und bringe es vorbei. Aber wie das alles mit einem Kind werden soll, ist für mich fragwürdig.


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Wenn die Ehe auf die Probe gestellt wird

Erkennt jemand diese Situation? Kann sie nachempfinden? Es geht um das liebe Thema der Schwiegereltern und speziell auch gesehen der Schwiegermutter. Natürlich, wenn man heiratet oder eine Beziehung eingeht – man sucht sich den Mann aus. Man hat nicht erst ein Date mit den Eltern. Und so sollte es auch sein. Es geht um den Partner, um seine Ansichten, Einstellungen zum Leben und um seine Persönlichkeit. Dennoch ist die Familie ein Faktor, der automatisch mit in die Gleichung der Beziehung aufgenommen werden muss.

Wisst ihr, was interessant ist? Schwiegermutter ist einer der Hauptgründe, warum Ehen geschieden werden. Es ist tatsächlich ein Problem, worunter viele Ehefrauen leiden. Und worunter letztendlich die Ehe leidet.

Wenn man näher in die Thematik eintaucht, gibt es wirklich einige Geschichten, die man kaum nachvollziehen kann. Streitpunkte sind beispielsweise der Umgang mit dem Sohn/Ehemann, der Kindererziehung oder der Haushalt.

Einen wichtigen Satz aus der Pädagogik, den ich immer am meisten behalten habe, ist: Kinder verhalten sich nicht einfach so. Das Verhalten hat immer einen Grund.

Und ich glaube, dass es in den wenigsten Fällen mit solchen Problemen aus Böswilligkeit geschieht. Auch Schwiegermütter haben tiefsitzende Gründe und Gefühle, die sie zu solch einem Verhalten bewegen. Genau deshalb habe ich den Artikel auch aus der möglichen Sicht einer Schwiegermutter geschrieben, die in solch einer Situation steckt. Natürlich: Es gibt immer so richtige Extremfälle, auf die das vielleicht nicht zutrifft. Aber ich denke, auch dann kann man etwas aus diesem Text mitnehmen.

Die Sicht der Schwiegermutter

Folgendes kann man aus der Einleitung und der Sicht der Schwiegermutter mitnehmen:

  • möglicherweise befindet sich die Schwiegermutter selbst in einer neuen Phase ihres Lebens. Vielleicht erlebt sie einen Umbruch. Alle Kinder sind ausgezogen, es begeben sich Veränderungen in Familie oder Freundschaften oder erlebt körperliche Veränderungen z.B. durch die Wechseljahre. Eventuell wurde sie mit dem Tod und Krankheit konfrontiert.
  • Sie als Mutter hat sich immer sehr auf ihre Kinder und auf Familie fokussiert. Sobald der Sohn eine Frau gefunden hat, wird sie in diesem Sinne nicht mehr gebraucht. Der Grund: die Schwiegertochter. Dort kann oft das Gefühl der Eifersucht hochkommen.
  • Sie möchte gerne gebraucht werden, hat immer viel für das Wohlbefinden des Mannes getan. Aus der Angst heraus nicht mehr so einen großen Teil in seinem Leben zu spielen, drängt sie sich auf.
  • Mit der Schwiegertochter könnte sie sich gut vergleichen. Durch das immer noch aktive Rollenbild ist die Frau ja schließlich für Haushalt, Kindererziehung und die Fürsorge für den Mann zuständig. Und ihr Sohn soll nur das Beste vom Besten bekommen. Das bedeutet auch, dass die Schwiegermutter sehr hohe innere Erwartungen an die Schwiegertochter hegt.

Tja, und der Ehemann? Der steht zwischen den Stühlen. Er liebt seine Mutter, möchte ihr nichts Unrechtes tun. Er möchte aber auch seiner Ehefrau loyal zur Seite stehen. Was tun? Die meisten Männer halten sich dann eher aus diesem Gefecht raus oder beziehen nicht eindeutig Position. Die Schwiegermutter stellt sich auch immer weiterhin gut mit dem Sohn. Schließlich trägt er ja keine Schuld, ihm soll es ja gut gehen.

Oftmals merkt er gar nicht die weitreichenden Auswirkungen oder fühlt sich in seiner Situation unwohl oder hilflos etwas zu ändern. Natürlich gibt es auch dort wieder unterschiedliche Ausprägungen und es ist ebenfalls besonders wichtig zu beachten, dass jeder eine unterschiedliche Wahrnehmung hat.

Aber wie kann man damit umgehen? Was gibt es für Möglichkeiten aus dieser Spirale den Ausgang zu finden?

Mögliche Lösungsansätze

Ich möchte betonen, dass es Ansätze sind. Eine Faustformel für die EINE Lösung gibt es nicht. Deswegen schaut einfach mal rein, ob die Ansätze euch weiterbringen.

  • Fakt ist: Ihr sucht euch euren Mann aus. Nicht bewusst die Familie. Natürlich hat man die Vorstellung, dass es gut mit der Familie läuft. Man erhofft sich ein lockeres, freundliches Verhältnis. Aber leider ist das nicht immer so. Aber das ist auch völlig okay! Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich auf freundschaftlicher Ebene versteht, ist wirklich nicht hoch. Deswegen macht euch frei davon, dass es so sein müsste. Wie gesagt, ihr habt euch den Mann ausgesucht. Setzt eure Erwartungen nicht so hoch an.
  • Versucht immer wieder die Rolle und die Situation der Schwiegermutter zu reflektieren. Versucht euch in sie hineinzuversetzen. WARUM tut sie es, wie sie es tut? Was steckt dahinter für ein Gefühl?
  • Versucht es mal mit extrem viel Freundlichkeit. Zeigt, dass ihr nichts Böses wollt. Dass ihr gut für ihren Sohn seid und sie als Schwiegermutter annehmt.

Ihr als Team

Der Mann ist eben nicht raus aus der Gleichung. Natürlich kann er primär nichts für die Beweggründe der Mutter. Aber dennoch ist es seine Mutter. Und genauso gut hat er eine Frau. Also ist er die Person, die beide verbindet. Deswegen umso wichtiger, dass er sich nicht daraus hält.

Wenn man zum Ansatz zurück kommt, geht es ja auch um euch. Um eure Beziehung. Ihr seid ein Team und eine Einheit. Das bedeutet erstmal, dass nichts euch auseinander bringen soll. Auch wenn die Schwiegermutter das gar nicht als Ziel hat: Durch solche Verhaltensweise bringt sie euch allerdings in viele Konfliktsituationen. Es ist also wichtig eine gesunde Abgrenzung zu signalisieren. Von euch beiden aus. Aber auch vom Mann alleine. Das bedeutet aber nicht, dass es eine „entweder – oder“ – Entscheidung ist! Das ist ein riesiger Unterschied!

Erwartungen kommunizieren

Man sollte nie aufgeben es vielleicht doch zu schaffen ein gesundes Verhältnis aufzubauen. Das bedeutet aber auch, dass ihr euch gut positionieren müsst. Das Essentielle dabei ist eben euer Austausch. Kommuniziert eure Gefühle, eure Erwartungen und eure Problemsituationen und formuliert Wünsche. Wenn ihr das als Team zusammen entwickelt, könnt ihr als nächsten Schritt gemeinsam auf die jeweiligen Eltern zugehen. Gemeinsam formulieren, was euch wichtig ist und Grenzen beschrieben. Und immer den Wunsch mitzutragen, dass ihr ein gesundes Verhältnis aufbauen wollt.

Selbsterkenntnis als Voraussetzung

Selbsterkenntnis führt immer zur Veränderung. Das bedeutet aber auch, dass das der erste Schritt ist. Wenn alle Beteiligten nicht erkennen, dass das Verhältnis nicht gesund ist und zu Konflikten führt, kann keine Veränderung stattfinden. Alle müssen sich hinterfragen und tiefere Beweggründe herausfinden. Sollte dieses Stadium erreicht sein, ist es sinnvoll gemeinsam eine Beratung in Anspruch zu nehmen. So muss nicht der Mann in die Rolle des Moderatoren schlüpfen und wird als Beteiligter gesehen. Das hilft weitere Veränderungen zu bewirken.

Vergesst nicht euer Warum

Warum befindest du dich in dieser Situation? Was hat eure Ehe schon alles Gutes hervorgebracht? Warum liebst du deinen Mann? Und warum führt ihr eine Beziehung? Ist es das nicht wert zu versuchen diese Dinge zu bearbeiten und zu besprechen?

Ich wünsche jedem, der in solch einer Situation befindet, einen kühlen Kopf, viel Weisheit und Gelassenheit, ganz viel Kraft und Stärke! Und ganz viel Liebe für euren Mann. Ihr seid ein Team, vergesst das nicht 🙂

Eure Darleen

5 Comments

  1. Ganz toll geschrieben Darleen 😊
    Habe damals „Frauen wollen erwachsene Männer“ von Roland Kopp-Wichmann gelesen. Da wird die Thematik mit der Schwiegermutter auch beschrieben.
    Macht weiter so!
    Liebe Grüße
    Jana

    1. Oh, das ist aber lieb, Jana. Danke! 🙂
      Ach, das klingt aber interessant. Hatten wir bisher auch noch nicht in unserer Bücherliste, ist bestimmt interessant 🙂
      Hatte er da noch mal andere Punkte im Fokus?
      Wenn du auch noch Themen hast, die dich beschäftigen, gerne raus damit 🙂
      Alles Liebe,
      Darleen

  2. Hey sehr schön cool web site ! Man .. Schöne .. Erstaunlich .. Ich werde Ihre Lesezeichen blog und nehmen Sie die Feeds auch… Ich bin froh, eine Menge info hier in der Post, müssen wir entwickeln mehr erarbeiten Strategien Techniken in dieser Hinsicht, Dank für das Teilen. . . . . .

    1. Hallo 🙂
      Vielen Dank für dein Feedback! Und schön, dass du etwas mitnehmen konntest. Wenn du noch Themen hast, die dich interessieren – dann schreib uns gerne! Wir nehmen sie gerne hier auf 🙂
      Alles Liebe,
      Darleen

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